Crazy Jersey Tutorial – Stoff und Zwirn

/ August 28, 2017/ Nähanleitungen, Uncategorized/ 6Kommentare

Nach dem ersten  Crazy Patchwork Tutorial kam die Frage auf, ob man auch Jersey Reste auf diese Art verarbeiten kann.

Man kann, aber da Jersey dehnbar ist, muss man es etwas anders nähen. Klar, man könnte eine dünnere Vlieseline auf die Reste bügeln. Da hätte man aber einen ziemlichen Verschnitt oder man müsste die einzelnen Teile vorher zusammensetzen.

Ich verarbeite solche Reste direkt auf Vlieseline. Heute zeige ich euch, wie ich das mache.

Du brauchst aufbügelbare Vlieseline, eine Schere, Jersey Reste und natürlich eine Nähmaschine. Ein paar Stecknadeln sind manchmal hilfreich. Du solltest ein Bügeleisen haben und auch Backpapier bereit legen. Welche Vlieseline du benutzt, hängt davon ab, was du später mit dem fertigen Teil machen willst. Ich benutze gerne Ronofix oder H630.

Zuerst habe ich mir die Vlieseline in der Größe zugeschnitten, wie ich sie später brauchen werde. Ich möchte ein kleines Täschchen daraus nähen. Deshalb habe ich mir zwei kleinere Stücke zugeschnitten und einige farblich zusammen passende Jersey Reste auf den Tisch gelegt. Es sind alles Reste von T-Shirts.

Und schon geht es los. Zuerst schneide ich ein Stück ab, das ich in die Mitte lege. Es ist viereckig. Ich möchte nicht so viele Nähte haben, deshalb ist das Stück größer, etwa Handflächen groß.

Die linke Stoffseite liegt auf der Klebeseite der Vlieseline. Schon kommt das Bügeleisen und das Backpapier zum Einsatz. Ich lege das Backpapier über die Vlieseline mit meinem ersten Stoffstück und bügle drüber. Das Backpapier verhindert, dass sich die Vlieseline an die Sohle meines Bügeleisens anhaftet.

Dann suche ich mir ein passendes Stück einer anderen Farbe, das ich an eine der Kanten anlege.

Ich lege das Stoffsück rechts auf rechts so, dass ich gerade noch sehen kann, wo das erste Stück anfängt und endet. Genäht wird nur dieses Stückchen entlang der Kante des ersten (bei mir roten) Teils. Verriegeln musst du die Naht nicht. Ich nähe mit dem normalen Nähfuß.

Danach klappe ich den Stoff um. Die linke Stoffseite liegt jetzt auf der Vlieseline. Die Kanten des ersten Teils werden „verlängert“, indem man mit der Schere den überschüssigen Stoff des zweiten Teils wegschneidet.

Weil mein zweites Stoffstück relativ groß ist und bis zur Ecke der Vlieseline reicht, kürze ich es auch noch auf der dritten Seite (nach Bauchgefühl oder so, wie ich es haben möchte). Danach wird es wieder festgebügelt. Backpapier nicht vergessen, sonst klebt alles am Bügeleisen fest

Wer es sich zutraut, muss nicht gleich das erste Stück festbügeln, sondern fängt gleich mit der ersten Naht an. Ist das zweite Stück zurecht geschnitten, ist Bügeln auf jeden Fall wichtig, sonst verschieben sich die Stücke und alles wird wellig.

Um die Ecke aufzufüllen, lege ich das nächste Stoffstück an und nähe es wie zuvor an der Seite fest.

Stoff wieder umklappen und etwas großzügiger um die Vlieseline herum abschneiden.

So sieht es von der Rückseite aus

Dann wieder die Schnittlinie „verlängern“ und über Backpapier an der Vlieseline festbügeln.

Dann kann man das nächste Teil ansetzen. Von welcher Seite, das ist egal. Wieder festnähen, umklappen, schneiden, festbügeln.

So füllt man nach und nach die ganze Fläche.

Die Schnitte mit der Schere werden nicht so schön, wie mit dem Rollschneider. Das sieht man aber hinterher nicht.

Auf diese Art und Weise arbeitet man sich immer weiter bis die ganze Fläche der Vlieseline bedeckt ist. Bei längeren Nähten stecke ich mir den Stoff mit Stecknadeln fest.

Am Rand habe ich mit der Schere nicht so exakt geschnitten. Die Stoffe stehen meist ein kleines Stückchen drüber.

Am besten dreht man zum Schluss alles um, so dass die Vlieseline nach oben zeigt. Dann kann man entweder mit der Schere genau an der Kante des Vlieseline Stückes alles schön abschneiden. Ich erleichtere mir diese Arbeit und schneide zum Schluss alles mit Lineal und Rollschneider.

Und weil man für ein Täschchen zwei Seiten Braucht, habe ich gleich noch ein zweites Stück genäht. Die Stücke müssen nicht immer eckig sein. Je nach Verwendung kann man so eigentlich jede Form nähen.

Braucht man eine Form mit abgerundeten Ecken, so schneidet man die Vlieseline einfach in der Form und Größe, wie sie hinterher gebraucht wird.

Und das ist das kleine Täschchen

Das war nicht schwer und ihr könnt die Restekisten weiter leeren. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Ich wünsche euch allen viel Spaß.

Ergänzung

Willst du einen Quilt aus Jerseyresten nähen? Dann schau mal bei Christiane von lilleluett vorbei. Sie hat eine Anleitung mit Video dazu veröffentlicht. Du findest sie HIER.

Liebe Grüße

Jana

 

6 Kommentare

  1. Oh wow. Danke das du mich verlinkt hast =). Hab gleich Besucher von dir bekommen *freu.freu*. Und wie ich schon in der Facebook Gruppe geschrieben habe, tolle Idee! Du hast damit voll meinen Nerv getroffen. Jersey und Patchworken bzw. Quilten gefällt mir einfach sehr. Allein weil ich durch das ganze Nähen für die Kids immer sehr viele Jersey Reste habe.

    Ganz liebe Grüße!
    Christiane *wink.wink*

  2. Hallo Jana, danke fuer das schoene Tutorial…… glaubs du, dass mann auf diese Weise auch eine Decke nähen kann?….. vieleicht mit nicht einseitig klebender Vliseline?…
    Jana

    1. Hallo Jana, für eine Decke wäre diese Methode nicht geeignet. Ich habe Ronofix genommen. Das wäre dafür zu fest. Höchstens mit H630, denn das Aufbügeln ist bei dieser Methode schon wichtig. Christiane Deutscher hat ja vor Kurzem eine Anleitung für Decken veröffentlicht. Auch ein Video hat sie dazu gedreht. Schau mal hier: http://lilleluett.de/2017/07/jersey-patchwork-quilt-decke-quiltdecke-aus-jerseyresten-anleitung.html
      Liebe Grüße, Jana

  3. Super Idee danke
    Lg Carmen

  4. Tolle Idee! Jetzt weiss ich auch endlich, wozu ich immer diese vielen Minireststücke aufgehoben habe.
    Vielen Dank!

    Liebe Grüße,
    Marina

    1. Marina, es freut mich, dass du jetzt deine Restekiste leer nähen kannst. Dann hat sich das Sammeln ja gelohnt.
      Liebe Grüße, Jana

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