Multifunktionstaschen für das Taschenfutter – Tutorial – Stoff und Zwirn

/ Mai 22, 2017/ Nähanleitungen/ 0Kommentare

Heute will ich euch zeigen, wie ich die Multifunktionstaschen für das Taschenfutter nähe.

 

Was sind eigentlich Multifunktionstaschen? Das sind Taschen, die mehrfach genutzt werden können – in diesem Fall ist es eine Einstecktasche und gleichzeitig eine Reißverschlusstasche. Gerade bei kleineren Taschenformaten kann man aus Platzgründen nicht immer viele Innentaschen anbringen. Da bieten sich diese Innentaschen sehr gut an.

Du kannst die Breite und die Höhe der Tasche selbst bestimmen. Hier zeige ich dir zunächst mal, wie.

Du brauchst 2 Stoffstreifen in der Breite, wie die Tasche sein soll + 2 cm  (in meinem Fall 22 cm)

Die Taschenhöhe bestimmt die Streifenlänge: Höhe der fertigen Tasche x 2 + 4 cm (bei mir 34 cm)

Dann brauchst du noch einen Reißverschluss, der etwas länger ist als die Taschenbreite

Zum Festnähen und Versäubern der fertigen Tasche auf dem Futter brauchst du noch zwei Stoffstreifen – dazu später mehr.

 

Das sind also meine 2 Stoffstücke mit den Maßen 22 x 34 cm und ein Reißverschluss 22 cm lang. Der Reißverschluss kann ruhig etwas länger sein, denn Überschüssiges wird später weggeschnitten. Ich habe einen Stoff benutzt. Wenn du zwei verschiedene Stoffe benutzen möchtest geht das auch.

Lege nun den Reißverschluss so auf die rechte Stoffseite (nimm den Stoff, der später die Außenseite der Tasche bilden wird), dass der Schieber zum Stoff zeigt und die beiden Kanten (Stoffkante und Reißverschlusskante) bündig abschließen.

BEACHTE: Nähst du die Tasche aus zwei verschiedenen Stoffen, wird der Stoff, auf den du bei diesem Schritt den Reißverschluss zuerst annähst, der Stoff sein, der auf der Außenseite deiner Tasche sichtbar sein wird.

Nun legst du noch das zweite Stoffstück kantenbündig darauf und steckst alles fest. Du schaust nun auf die linke Stoffseite.

Nähe mit dem Reißverschlussfuß alle drei Teile entlang der Reißverschlusszähnchen fest. Am Anfang und am Ende der Naht kannst du, musst aber nicht verriegeln.  Sollte dir der Schieber im Weg sein, lass die Nadel im Stoff stecken und schiebe vorsichtig den Schieber am Füßchen vorbei. Bügle die Stoffstücke vom Reißverschluss weg und steppe alles knappkantig ab.

 

Jetzt musst du aufpassen. Lege das Werkstück vor dich auf den Tisch so, dass der Reißverschluss oben ist und die zwei Stoffstücke nach unten zeigen. Lege nun die noch freie Kante auf die Kante des Reißverschlusses, so:

Du kannst es mit ein paar Stecknadeln feststecken und das ganze so umdrehen, dass nun das lose Stoffstück oben liegt. Du legst wieder die lose Kante auf die Kante des Reißverschlusses. Nun hast du wieder 3 Kanten, die bündig aufeinander liegen. Stecke sie fest und nähe wie zuvor den Reißverschluss fest.

Dann wendest du die Tasche, indem du ein Stoffstück über das andere ziehst. Es entsteht eine Art Zylinder.

Auf dem Ärmelbrett kannst du jetzt die zuletzt genähte Naht schön vom Reißverschluss weg bügeln.

Dann nimmst du die Tasche vom Bügelbrett und bügelst sie schön flach. Dabei liegt sie so, dass sich der Reißverschluss ca. 3 cm unterhalb der Oberkante befindet. Du kannst dadurch die Tiefe deiner Reißverschlusstasche bestimmen. Probiere es einfach aus.

Die Oberkante steppst du mit einem größeren Stich knappkantig ab. Ich nehme Stichlänge 3,5 und steppe 3 mm von der Kante.

Jetzt komme ich auf die zu Beginn erwähnten Stoffstreifen zurück. Du schneidest dir 2 Stoffstreifen 4 cm breit. Wie lang? Du musst die fertige Höhe der Tasche messen. Die Streifen sollten 4 cm länger sein. Meine Tasche ist 18 cm hoch, die Stoffstreifen müssen somit 22 cm lang sein. Wenn sie etwas länger sind, macht es auch nichts. Hier kommt es auf einen Millimeter nicht an.

 

Stecke die Tasche auf dem Futter fest. Ich behelfe mir gerne mit einem Patchwork Lineal, um die Tasche auf dem Futter gerade zu platzieren.

 

Jetzt kommen die Stoffstreifen zum Einsatz. Stecke sie rechts auf rechts auf die Tasche. Die äußeren Kanten sind bündig und da die Streifen etwas länger sind, schlägst du sie am Rand um. So:

Dann nähst du füßchenbreit entlang der Kante. Dabei verriegelst du am Anfang und am Ende der Naht. Pass auf, dass du nicht über die Tasche hinaus nähst. So sieht es dann aus

Nun hast du die Möglichkeit, mit der Schere die überschüssigen Reißverschlussteile abzuschneiden. Schneide sie knapp an er Stoffkante ab.

Jetzt geht es wieder an dein Bügelbrett. Denn gut gebügelt ist halb genäht! Du faltest den Stoffstreifen so, dass die lose Kante auf der Naht liegt und bügelst drüber.

Danach schlägst du den Streifen noch einmal um in Richtung Futter und bügelst auf der zuvor genähten Naht drüber. So sollte es dann aussehen.

Jetzt musst du nur noch drumherum knappkantig alles absteppen. Du fängst oben an dem rechten Stoffstreifen an und endest am linken Stoffstreifen oben. Ich habe es dir ganz auf „künstlerische Art“ auf dem Bild eingezeichnet 🙂 Die obere Seite der Tasche hast du zuvor schon abgesteppt. Da bleibt die Tasche offen!

So sollte deine Tasche nun aussehen. Sie ist sauber auf das Futter genäht und oben offen. Du hast es geschafft.

Weil jede Tasche zwei Seiten hat, habe ich für das gegenüberliegende Futter auch gleich eine genäht.

Das Futter ist jetzt vorbereitet und du kannst es wie gewohnt in deine Tasche einnähen.

Ich hoffe, dass ich dir alles ausführlich erklären konnte. Falls nicht, frage ruhig nach. Gerne helfe ich dir.

So, meine fleißigen Bienchen, nun wisst ihr, wie das geht mit den Taschen. Wenn ihr die Taschen nach dieser Anleitung genäht habt, schickt mir Bilder, damit ich sie hier zeigen kann. Freue mich schon sehr darauf.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen. Über Rückmeldungen freue ich mich sehr.

Eure Jana

Ergänzung am 06.10.2017

Die liebe Sonja von The Crafting Café hat gleich drei in einem zusammengefasst – drei Tutorials für andere Möglichkeiten, wie ihr Innentaschen nähen könnt. Zum Tutorial geht es HIER. Ich wünsche euch viel Spaß, denn jetzt habt ihr die Qual der Wahl

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